Freitag, 6. März 2026

Zeiterfassung im Handwerk: Pflichten, Methoden und digitale Lösungen

Bleno Team
Titelbild: Zeiterfassung im Handwerk: Pflichten, Methoden und digitale Lösungen

Zeiterfassung gehört für viele Handwerker zu den unbeliebtesten Aufgaben. Stundenzettel ausfüllen, abgeben, einsammeln, abtippen – ein Prozess, der Zeit kostet, statt sie zu sparen. Gleichzeitig ist die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung seit dem BAG-Urteil von 2022 klarer denn je. In diesem Artikel erfahren Sie, was rechtlich gilt, welche Methoden es gibt und warum die digitale Zeiterfassung per App für Handwerksbetriebe die sinnvollste Lösung ist.

Die rechtliche Lage: Zeiterfassung ist Pflicht

Das Bundesarbeitsgericht hat im September 2022 entschieden: Arbeitgeber in Deutschland sind verpflichtet, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter systematisch zu erfassen (BAG, Beschluss vom 13.09.2022 – 1 ABR 22/21). Diese Entscheidung basiert auf einem EuGH-Urteil von 2019 und gilt für alle Branchen – auch für das Handwerk.

Was bedeutet das konkret?

  • Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit müssen erfasst werden.
  • Die Erfassung muss verlässlich und zugänglich sein – ein Zettel in der Schublade reicht nicht.
  • Pausen und Überstunden müssen dokumentiert werden.
  • Die Aufzeichnungen müssen mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden.

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sah bisher nur die Erfassung von Überstunden vor. Durch das BAG-Urteil gilt jetzt die vollständige Erfassungspflicht – unabhängig von der Betriebsgröße.

Warum Zeiterfassung im Handwerk besonders herausfordernd ist

Anders als im Büro arbeiten Handwerker selten an einem festen Ort. Die typischen Herausforderungen:

  • Wechselnde Baustellen: Mitarbeiter sind jeden Tag woanders. Wer kontrolliert, wann jemand angefangen hat?
  • Kein fester Schreibtisch: Stundenzettel werden auf der Baustelle ausgefüllt – im Regen, mit schmutzigen Händen, zwischen zwei Aufgaben.
  • Kolonnenarbeit: Mehrere Mitarbeiter arbeiten zusammen. Erfasst jeder einzeln oder der Kolonnenführer für alle?
  • Fahrtzeiten: Gehört die Fahrt zur Baustelle zur Arbeitszeit? Wie wird sie erfasst?
  • Netzwerk-Probleme: Auf vielen Baustellen gibt es kein stabiles Internet.

Diese Realität macht klassische Methoden wie Papier-Stundenzettel oder Excel-Tabellen besonders fehleranfällig.

Methoden im Vergleich

Papier-Stundenzettel

Der Klassiker: Jeder Mitarbeiter füllt täglich einen Zettel aus.

VorteileNachteile
Kein technisches Wissen nötigUnleserlich, verlustanfällig
Keine Kosten für SoftwareMuss manuell übertragen werden
Keine Echtzeit-Übersicht
Fehler und Manipulation möglich
Zeitaufwand im Büro: 2-4 Stunden/Woche

Excel-Tabellen

Ein Schritt weiter: Mitarbeiter oder Bürokraft tragen Zeiten in Tabellen ein.

VorteileNachteile
Flexibel und kostenlosKeine mobile Erfassung
Rechenformeln möglichFehleranfällig bei manueller Eingabe
Keine Zuordnung zu Projekten
Kein DATEV-Export
Versionswirrwarr bei mehreren Dateien

Digitale Zeiterfassung per App

Die zeitgemäße Lösung: Mitarbeiter erfassen Zeiten direkt auf dem Smartphone – projektbezogen, mit GPS-Zeitstempel und automatischer Synchronisation.

VorteileNachteile
Erfassung in Sekunden, direkt auf der BaustelleMonatliche Softwarekosten
Automatische Zuordnung zu ProjektenMitarbeiter brauchen ein Smartphone
Echtzeit-Übersicht für den Chef
Offline-fähig (Sync bei Verbindung)
DATEV-Export für den Steuerberater
Rechtssicher und manipulationsgeschützt
Kein Übertragen, kein Abtippen

Was eine gute Zeiterfassungs-App können sollte

Nicht jede App passt zum Handwerk. Achten Sie auf diese Funktionen:

  1. Projektbezogene Erfassung: Zeiten müssen einer Baustelle oder einem Auftrag zugeordnet werden können – für die Nachkalkulation und die Rechnungsstellung.
  2. Offline-Fähigkeit: Auf der Baustelle gibt es oft kein Netz. Die App muss Zeiten lokal speichern und später synchronisieren.
  3. Einfache Bedienung: Ihre Mitarbeiter sind Handwerker, keine IT-Experten. Zwei Taps zum Starten, zwei zum Stoppen – mehr sollte es nicht brauchen.
  4. Kolonnen-Erfassung: Der Vorarbeiter kann Zeiten für das ganze Team eintragen.
  5. DATEV-Export: Ihr Steuerberater wird es Ihnen danken. Kein manuelles Übertragen mehr.
  6. Überstunden und Pausen: Automatische Erkennung und Ausweisung gemäß Arbeitszeitgesetz.

Zeiterfassung mit Bleno

Die Zeiterfassung in Bleno wurde speziell für den Baustellenalltag entwickelt:

  • Mobile App: Ihre Mitarbeiter starten und stoppen die Zeiterfassung direkt auf dem Smartphone – mit zwei Fingertipps.
  • Offline-Modus: Funktioniert auch ohne Internet. Sobald eine Verbindung besteht, werden die Daten automatisch synchronisiert.
  • Projektbezogen: Jede erfasste Stunde wird einem Auftrag zugeordnet. So wissen Sie jederzeit, welches Projekt wie viele Stunden verbraucht hat.
  • DATEV-Export: Arbeitszeiten lassen sich direkt im DATEV-kompatiblen Format exportieren – fertig für den Steuerberater.
  • Echtzeit-Übersicht: Im Dashboard sehen Sie sofort, wer gerade wo arbeitet und wie viele Stunden angefallen sind.
  • Integriert: Die Zeiterfassung ist kein separates Tool, sondern Teil der Gesamtlösung – zusammen mit Angeboten, Rechnungen, Teamplanung und Baudokumentation.

Fazit: Pflicht erfüllen und gleichzeitig profitieren

Zeiterfassung ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht – sie ist ein Werkzeug, das Ihnen hilft, Ihre Projekte profitabler zu machen. Wer weiß, wie viele Stunden ein Auftrag wirklich gebraucht hat, kann besser kalkulieren, präziser anbieten und Verlustprojekte frühzeitig erkennen.

Der Umstieg von Stundenzetteln auf eine App spart einem 5-Mann-Betrieb erfahrungsgemäß 3-5 Stunden Büroarbeit pro Woche – Zeit, die Sie besser nutzen können.

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